Das Magazin der vivida bkk

Das Bild zeigt die Illustration einer Frau unter einer Regenwolke. Im Artikel geht es um Winterdepression bzw. den Winterblues und Tipps, was man dagegen tun kann.© GettyImages

7 Tipps gegen Winterblues

Im Dunkeln aufstehen, im Dunkeln zur Arbeit gehen und im Dunkeln nach Hause kommen – Tag ein, Tag aus. Schlagen Ihnen die kurzen Tage auch auf die Stimmung? Dann könnten Sie mitten in einem Winterblues oder sogar einer Winterdepression stecken. Jeder vierte Deutsche ist in der dunklen Jahreszeit davon betroffen – darunter vorwiegend Frauen oder stressanfällige Personen. Aber was genau passiert beim Wintertief eigentlich im Körper und welche Maßnahmen helfen gegen die gedrückte Stimmung? Diplom-Psychologin Andrea Bahnsen von der vivida bkk bringt – buchstäblich – Licht ins Dunkel.

Mangelware im Winter: Sonnenlicht

Wenn die Tage kürzer werden und wir uns vermehrt im Haus aufhalten, fehlt unserem Körper das Tageslicht. Dieser Mangel verändert den Haushalt bestimmter Botenstoffe im Gehirn, genauer gesagt geht es um Serotonin (Glückshormon) und Melatonin (Schlafhormon). Fällt zu wenig Sonnenlicht ins Auge, schüttet der Körper Melatonin aus – Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind die Folgen.
Gleichzeitig nimmt die Produktion des Stimmungsaufhellers Serotonin ab, was zu Mutlosigkeit und Reizbarkeit führen kann. So gerät die Seele leicht in Schieflage – und der Winterblues nimmt seinen Lauf. Antriebslosigkeit und Appetit auf Süßes können Anzeichen sein. Auch neigt man dazu, sich zuhause zurückzuziehen.

Während der Covid-19-Pandemie ist auch genau das richtig, um die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus zu vermeiden. Gegen einen Spaziergang an der frischen Luft allein oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts ist aber nichts einzuwenden – im Gegenteil. Mit den folgenden sieben Tricks überstehen Sie die dunkle Jahreszeit:

1. Einen Gang runter schalten:
Eine mangelnde individuelle Stressresistenz kann den Winterblues begünstigen. Deshalb sollten Sie sich nicht zu viel aufbürden (lassen) und Überlastung besonders in der dunklen Jahreszeit vermeiden.

Die vivida bkk bietet ihren Kunden mit dem „Stresstelefon – Ihr guter Draht“ eine kostenlose Beratung in Stress-Situationen. Erfahren Sie hier mehr, wie Andrea Bahnsen Ihnen helfen kann.

 

2. Klare Tagesstruktur schaffen:
Um den Biorhythmus – inklusive Serotonin und Melatonin – wieder in Ordnung zu bringen, sind feste Schlaf- und Wachzeiten von Bedeutung. Das Wachhormon Serotonin ist schließlich auch als Glückshormon bekannt: es hebt die Stimmung, wirkt antidepressiv und hemmt Schmerzen. Durch einen klaren Tagesrhythmus helfen Sie Ihrem Körper, diese Botenstoffe ins richtige Gleichgewicht zu bringen.

3. Vor die Tür gehen:
Bewegung an der frischen Luft ist das beste Mittel gegen den Winterblues! Regelmäßige Spaziergänge oder eine kleine Joggingrunde in der Mittagpause bringen Schwung und Aufhellung in den Alltagstrott. Obendrauf produziert der Körper dank der Sonneneinstrahlung vermehrt Vitamin D, welches wichtig für das Immunsystem und Knochen ist. Hellen Hauttypen ist jedoch bei einem 30-minütigen Sonnenbad – auch im Winter – Vorsicht geboten!

4. Kontakt zu den Lieben pflegen:
Verbringen Sie den Spaziergang doch mit einem Familienmitglied oder rufen Sie währenddessen einen Freund an. Der Austausch mit Herzensmenschen wird Sie auf neue Gedanken bringen. Die Pflege der sozialen Beziehungen stärkt übrigens gleichzeitig Ihre Resilienz, das macht Sie emotional belastbarer.

Wussten Sie, dass man die psychische Widerstandskraft eines Menschen als „Resilienz“ bezeichnet? Was das genau bedeutet, erfahren Sie hier.

 

5. Elektronische Helferlein:
Weil der Hauptgrund des Winterblues der verringerte Lichteinfall ins Auge ist, können Sie Ihrem Körper mit einem Lichtbad etwas Gutes tun. Dafür benötigen Sie eine geprüfte Lichttherapie-Lampe mit einer Lux-Zahl von etwa 10.000. Für einen optimalen Effekt sollten Sie sich vormittags für eine halbe Stunde mit geöffneten Augen vor die Lampe setzen und direkt in die Lichtquelle sehen. Sprechen Sie vorab Ihren Arzt auf diese Therapiemöglichkeit an. Wichtig: Das ultraviolette Licht von Solarien hat keinerlei therapeutischen Effekt auf das Wintertief! Im Gegenteil: Zu häufiges Sonnenbaden im Solarium begünstigt Hautkrebs.

6. Tschüss Junkfood:
Lebkuchen, Gänsebraten und Christstollen sind verlockend – doch nach Heißhungerattacken fühlt man sich nur kurz gut. Kurz darauf holt einen das kraftlose und unbefriedigte Gefühl wieder ein. Deshalb lieber auf eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse achten.

7. Wohlfühlrituale einführen:
Hören Sie in sich selbst hinein: was tut Ihnen gut? Vielleicht ist es Ihr Lieblingstee am Nachmittag, eine lustige Serie im Feierabend oder die Gute-Laune-Playlist in der Mittagspause? Halten Sie Ausschau nach Wohlfühlritualen und Genuss im Alltag.

Stressabbau: Das Bild zeigt ein Portrait von Andrea Bahnsen, Diplom-Psychologin und Gesundheitsexpertin bei der Schwenninger Krankenkasse, die sich einen Telefonhörer an das Ohr hält.Zur Person Andrea Bahnsen ist Diplom-Psychologin, Systemische- und Familientherapeutin und schrieb ihre Diplomarbeit zum Thema Stress. Bei der vivida bkk kümmert sie sich seit 18 Jahren um das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Außerdem bietet sie seit sechs Jahren den vivida bkk Kunden eine telefonische Raucherberatung an.

INFO: Beim Winterblues schwankt die Stimmung von Tag zu Tag, das heißt, es gibt auch Tage ohne Stimmungstief! Es handelt sich dabei um eine milde Form der depressiven Verstimmung, der man mit den obenstehenden Tipps selbst sehr gut entgegenwirken kann. Es gibt jedoch Anzeichen, die nicht auf einen Winterblues, sondern eine saisonal bedingte Depression (SAD) deuten. Dies könnte der Fall sein, wenn Sie:

– sich im Herbst und Winter immer wiederkehrend niedergeschlagen fühlen
anhaltend lust- und antriebslos sind (mehr als zwei Wochen am Stück)
anhaltend keinen Appetit verspüren (mehr als zwei Wochen am Stück)
anhaltend schlecht schlafen (mehr als zwei Wochen am Stück)

Sollten Sie diese Symptome bei sich beobachten und als belastend wahrnehmen, ist Handeln angesagt. Für Kunden der vivida bkk ist das Stresstelefon eine gute Anlaufstelle. Einfach unter der kostenfreien Service-Hotline 0800 3755 3755 5 melden. Diplom-Psychologin Andrea Bahnsen hat ein offenes Ohr für Sie.

Auch die Telefonseelsorge kann helfen, falls Sie akut jemanden zum Reden brauchen. Ansonsten sind ärztliche oder psychotherapeutische Therapeuten gefragt. Scheuen Sie sich nicht, den Hausarzt auf Ihr anhaltendes Stimmungstief anzusprechen. Wenn Sie Suizidgedanken haben sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.

 

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