Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Stressabbau: Das Bild zeigt die Gesundheitsexpertin und Diplom-Psychologin Andrea Bahnsen und eine andere Frau, die gegenüber an einem Tisch sitzen und sich unterhalten.Andrea Bahnsen ist gerade auch in schweren Zeiten persönlich für Sie da. Mit dem Angebot „Stresstelefon – Ihr guter Draht“ berät sie bei Stress und Belastung. © Eva Häberle

Stressabbau: Gemeinsam gegen Stress

Stressige Situationen kennt jeder: Ein schwieriges Projekt im Job, Streit in der Familie oder mit Freunden. Hält Stress an, kann er zur Belastung für die körperliche und geistige Gesundheit werden. Mit dem Angebot ‚Stresstelefon – Ihr guter Draht‘, der persönlichen Telefonberatung der Schwenninger Krankenkasse, möchte die Diplom-Psychologin Andrea Bahnsen helfen, Stress und Belastungen entgegenzuwirken.

Frau Bahnsen, was macht zu viel Stress mit uns?

Das Problem ist nicht der akute Stress. Damit können wir umgehen. Problematisch wird es, wenn Stress chronisch wird, das heißt, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält und wenn Phasen der Erholung und Regeneration fehlen. Das kann zu körperlichen Beschwerden führen wie Magenschmerzen, Bluthochdruck oder im schlimmsten Fall einem Herzinfarkt.
Es können sich aber auch chronische Schmerzen verstärken oder psychische Störungen auftreten. Auf chronischen Stress reagiert unser ganzes Organsystem sehr individuell. Das kann uns auf Dauer krank machen.

Ich höre vor allem erstmal zu und helfe dabei, das Problem zu erfassen, um passende Angebote vorzustellen.

Wie kann man im Alltag Stress vermeiden?

Es gibt drei Ansatzpunkte. Zuerst sollte man versuchen, die Stressauslöser zu erkennen und schauen, inwieweit man diese beeinflussen kann. Ist es möglich, sich anders zu organisieren, Belastungsgrenzen anzusprechen oder sich Hilfe zu suchen? Das zweite, das kann man sofort umsetzen, ist die körperliche Stressreaktion zu verändern. Dabei hilft es, in Stresssituationen eine gute Mischung aus Bewegung und Entspannung herzustellen. Als drittes, das ist der wichtigste Punkt, sollte man seine innere Einstellung und Bewertung überdenken und versuchen zum Positiven zu verändern. Zum Beispiel Dinge hinterfragen und relativieren: Wie wichtig ist das wirklich? Was würde im schlimmsten Fall passieren?

Bei welchen Anzeichen sollte man nach Hilfe fragen?

Wenn man niedergeschlagen und antriebslos ist, eine gedrückte Stimmung hat, einem nichts mehr Freude bereitet und dieser Zustand länger als zwei Wochen anhält: Dann spricht man von einer depressiven Verstimmung. Oder wenn man erschöpft ist, sich körperlich unwohl fühlt oder starke Ängste auftreten, die man selbst nicht mehr bewältigen kann. Entweder rufen Sie dann das Stresstelefon an oder suchen die Sprechstunde Ihres Hausarztes oder eines Psychotherapeuten auf.

Wie hilft das Stresstelefon?

Das Stresstelefon ist ein Erstkontakt. Es bietet die Möglichkeit, erstmal zeitnah und kostenlos einen kompetenten Ansprechpartner zu finden. Ich höre vor allem erstmal zu und helfe dabei, das Problem zu erfassen, um dann passende Angebote der Schwenninger vorzustellen oder den Anrufer an das richtige Fachteam weiterzuleiten. Ich möchte dem Anrufer eine Idee davon geben, was alles möglich ist. Gemeinsam entwickeln wir dann sozusagen eine Strategie gegen den Stress. Wichtig ist, dass alles absolut vertraulich ist und ich selbst der Schweigepflicht unterliege.

Wie funktioniert es? Für das Stresstelefon nehmen wir uns Zeit. Darum vereinbaren Sie im Voraus per E-Mail an info@die-schwenninger.de oder Telefon unter 0800 3755 3755 5 einen Termin mit Andrea Bahnsen.

Wie läuft so ein Gespräch ab?

Zuerst suche ich einen persönlichen Draht zum Anrufer. Und dann klären wir, hat er bereits ein konkretes Anliegen oder geht es erst mal darum, das Thema einzuordnen? Welche Unterstützung durch Familie oder Freunde hat er? Wie ist der Anrufer bisher selbst mit seinem Problem umgegangen und hat er sich bereits Hilfe gesucht? Wenn wir das sortiert haben, dann kann ich ihn gezielt weiterleiten, beispielsweise an die Fachteams Psychotherapie oder Prävention.

Was hat Sie dazu motiviert, das Stresstelefon anzubieten?

Stressabbau: Das Bild zeigt ein Portrait von Andrea Bahnsen, Diplom-Psychologin und Gesundheitsexpertin bei der Schwenninger Krankenkasse, die sich einen Telefonhörer an das Ohr hält.

Diplom-Psychologin und Gesundheitsexpertin bei der Schwenninger Krankenkasse Andrea Bahnsen © Eva Häberle

Die Coronakrise hat viele Menschen sehr belastet. Oftmals geht es um berufliche Schwierigkeiten oder Überlastungen, Spannungen in der Familie, Sorgen um Angehörige oder Süchte wie Alkohol oder Schlafmittel. All das war vorher schon da, wurde durch die Coronakrise aber verstärkt. Hinzu kommen neue Sorgen: Arbeitsplatzverlust, die Herausforderung den Alltag neu zu organisieren oder die Angst vor dem Virus selbst. Wir wollen persönlich für unsere Kunden da sein. Das gilt gerade auch in dieser schweren Zeit. Darum haben wir das Stresstelefon als niederschwelliges und kostenloses Angebot etabliert.

Weshalb liegt Ihnen das Thema besonders am Herzen?

Mit dem Thema Stress beschäftige ich mich schon seit 20 Jahren. Ich denke, man kann sehr viel bewirken, wenn man die Menschen frühzeitig abholt und ihnen Unterstützung anbietet. Heute weiß man, welche Auswirkungen Stress haben kann. Darum ist es mir eine Herzensangelegenheit hier entgegenzuwirken.

Welche Tipps geben Sie Anrufern in der aktuellen Situation mit auf den Weg?

Jeder sollte in seine eigenen Stärken vertrauen und gut für sich sorgen. Das beginnt mit den Grundbedürfnissen ausreichend zu schlafen, zu trinken und ausgewogen zu essen. Ich sollte mich außerdem nicht zurückziehen, sondern schauen, welche Menschen mich unterstützen können. Diese Menschen muss ich gezielt ansprechen und auch deren Hilfe annehmen. Ich kann mir zudem Schritt für Schritt Ziele setzen: Was möchte ich sofort verändern, was mittel- und langfristig? Außerdem hilft es zurück zu schauen, was ich alles schon bewältigt habe.

Wieso Selbstfürsorge Alltag werden sollte, erzählt Diplom-Psychologe Prof. Dr. Jörg Fengler im Interview: Klicken Sie hier.

Mehr Informationen zu den Angeboten für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) finden Sie hier.

Was machen Sie bei zu viel Stress?

Ich mache viel Sport und bin gerne in der Natur. Außerdem pflege ich eine positive Lebenseinstellung und gehe mit Humor an Dinge heran. Und natürlich zähle ich auf die Unterstützung meiner Freunde und meines Partners.

Zur Person Andrea Bahnsen ist Diplom-Psychologin, Systemische- und Familientherapeutin und schrieb ihre Diplomarbeit zum Thema Stress. Bei der Schwenninger Krankenkasse kümmert sie sich seit 18 Jahren um das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Außerdem bietet sie seit sechs Jahren den Schwenninger Kunden eine telefonische Raucherberatung an.
14. September 2020
Digitale Angebote: Einfach online
Digital = unpersönlich? Wenn es nach Digitalisierungsspezialist Sascha Lange geht, dann gilt genau das...
14. September 2020
Wie gut wissen Sie über Inklusion Bescheid?
Oft wird von Inklusion gesprochen, aber wissen Sie, woher das Wort kommt? Testen Sie...

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.