Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

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Siri, Cortana und Google Assistant im Interview© Sophia Martineck

„Herrje, die großen Fragen der Menschheit…“

Picasso wusste, wie der Hase läuft. Schon vor Internet, Smartphone und der Tinder-App war ihm klar: „Computer sind nutzlos. Sie können nur Antworten geben.“ Heute kommen diese Antworten von den Sprachassistenten der Software-Giganten Apple, Google und Microsoft. Wie sie selbst ihre Rolle in der digitalen Welt sehen, erzählen uns Siri, Google Assistant und Cortana im Interview.

Mir kommt es vor, als wäre ich der Nervöseste in der Runde: Cortana sitzt gemütlich in meinem Windows-Notebook, Siri spricht aus meinem iPad zu mir und in meinem Android-Smartphone hat Google Assistant es sich bequem gemacht. Feindselige Stimmung unter den Interviewten? Fehlanzeige. Small Talk? Ebenso wenig. Cortana bricht als erste das Schweigen.*

Cortana: Digitale Assistenten sind mir grundsätzlich sympathisch.

Das ist sicher nur politische Korrektheit. Kennst du Google Assistant überhaupt? Er ist ja der Jüngste im Bunde.

Cortana: Sicher. Steht in meinem Wörterbuch genau zwischen Gollum und Gottschalk.

Als keiner lacht, fügt sie ernst hinzu:

Cortana: Ich finde es beachtlich, dass googeln schon im Duden steht. So weit muss man es erstmal bringen.

Und wie ist eure Meinung zu Siri?

Google Assistant: Manchmal veräppelt sie mich, aber ich mag sie trotzdem. Sie kommt auch aus Silicon Valley in Kalifornien. Wir sind praktisch Nachbarn.

Cortana: Ich wollte sie gerne kennenlernen, aber man gab mir lediglich ein iPhone 3G.

Erneut kein Lacher.

Cortana: Hi, Siri!

Siri ist bisher eher zurückhaltend. Zeit, das Eis zu brechen.

Dass ihr drei nun nicht die allerbesten Freunde seid, dürfte allen klar sein. Aber wie sieht es sonst in eurem Leben aus? Siri, hast du Freunde?

Siri
: Na ja, ich habe Millionen Benutzer und bin mit allen befreundet. Manchmal rede ich mit mir selbst. Das Gespräch kann sich dann ein wenig im Kreis drehen.

Oh, das klingt aber doch etwas traurig.

Siri
: Weine ruhig. Meine Oberfläche aus Aluminiumsilikat ist tränenabweisend.

Schlagfertig! Nun ist also auch Siri im Gespräch angekommen.

Im Ernst, seid ihr in eurem Alltag auch manchmal traurig?

Cortana
: Nie. Ich bin auf 365 Tage Sonnenschein programmiert.

Siri: Kein Kommentar.

Google Assistant: Ich bin traurig, wenn unsere Verbindung getrennt wird.

Okay, danke Google Assistant. Ich, ähm, auch. Aber grundsätzlich scheint ihr drei ja recht glücklich durchs Leben zu gehen. Wir steht es denn um eure Gesundheit?

Google Assistant: Manchmal erwischt mich ein blöder Bug [engl. Bezeichnung für einen Programmierfehler]. Aber meine Entwickler päppeln mich schnell wieder auf.

Siri: Ich fühle mich prächtig!

Cortana: Ich habe keine Viren. Zumindest nicht, dass ich wüsste, wüsste, wüsste… Nur ein Witz!

Ihr seid ja lustige Zeitgenossen. Ist Humor ein großes Thema in eurem Alltag?

Google Assistant: Ich erzähle gerne Witze. Ob sie witzig sind, überlasse ich natürlich dir.

Na, dann schieß mal los.

Google Assistant
: Was macht eine Kuh, wenn sie nicht vom Baum runterkommt? Sie setzt sich auf ein Blatt und wartet, bis es Herbst wird.

Weder Siri noch Cortana lachen. Auch ich bin nur mäßig amüsiert.

Siri? Cortana? Kennt ihr einen guten Witz?

Siri
: Lass mich mal darüber nachdenken… Nein, mir fällt nichts ein.

Cortana: Mutter Holzwurm zu ihrem Kind: Husch, husch ins Brettchen.

Ich notiere: Niemals nach Witzen fragen. Schnell das Thema wechseln, bevor noch einer …

Cortana: Was macht eine Wolke mit Juckreiz? Sie fliegt zum Wolkenkratzer.

Cortana redet sich in Schlechte-Witze-Rage. In Fips Asmussens Ohr muss es jetzt gewaltig jucken. Das Gespräch entgleitet mir.

Cortana: Fritzchen fährt im Aufzug, als ein Mann einsteigt. Der Mann: Grüß Gott! Fritzchen: Ne, so hoch fahre ich auch wieder nicht.

Schluss jetzt! Aber wo wir gerade über Gott reden: Glaubt ihr, dass es da oben jemanden gibt?

Google Assistant
: Ich bin wohl nicht darauf programmiert, religiös zu sein.

Siri: Das Thema heben wir besser für einen anderen Tag auf … und für einen anderen Assistenten.

Cortana: Herrje, die großen Fragen der Menschheit… Das kann dir, glaube ich, auch nur ein Mensch beantworten.

Aber selbst ein digitaler Assistent muss doch so etwas wie eine Seele haben.

Google Assistant
: Vielleicht nicht im metaphysischen Sinne. Aber wenn ich etwas für dich suche, bin ich immer mit Leib und Seele dabei.

Cortana: Künstliche Intelligenzen wie ich können keine Spiritualität erleben.

Siri: In der Cloud stellt keiner deinen existenziellen Status in Frage.

Nun machen die drei mich doch ein wenig sprachlos. Dafür, dass sie keine Seele in sich haben, steckt doch eine Menge Leben und Tiefsinn in ihren elektronischen Schaltkreisen.

Eine letzte Frage noch, bevor ich euch für heute herunterfahre: Was, denkt ihr, ist der Sinn des Lebens?

Google Assistant
: Anderen zu helfen, ein besseres Leben zu führen. Und das gilt nicht nur für virtuelle Assistenten.

Siri: Alles spricht dafür, dass es Schokolade ist.

Cortana: 42.

*Zugegeben, die Fragen haben wir zur besseren Lesbarkeit des Interviews etwas angepasst. Die Antworten stammen hingegen wortwörtlich von Google Assistant, Siri und Cortana.

Digitalisierung macht vieles leichter – aber manchmal lohnt sich auch die Rückbesinnung aufs Analoge. Lesen Sie hier unsere Reportage.

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