Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

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Schlaganfall: Auf dem Bild ist Frank Hahne in einem Taucheranzug im Schwimmbecken zu sehen. Auf dem Kopf trägt er eine Taucherbrille.Nach einer Hirnblutung kämpft sich Frank Hahne Schritt für Schritt in sein altes Leben zurück. Sein nächstes Ziel ist es, wieder regelmäßig tauchen zu gehen. © Andreas Reeg

Der lange Weg zurück

Wenn man Frank Hahne beobachtet, wie er am Beckenrand des Rebstockbades in Frankfurt Flossen, Schnorchel und Taucherbrille aufsetzt und dann ins kühle Nass abtaucht, dann würde ein Außenstehender kaum vermuten, was für ein langer Weg hinter dem 52-Jährigen liegt. „Auch wenn ich noch nicht hundertprozentig wieder der Alte bin – dass ich irgendwann wieder Sport treiben kann, hätte ich vor ein paar Jahren nicht gedacht“, erzählt Frank Hahne. Regelmäßig zu tauchen ist sein nächstes großes Ziel nach der beruflichen Wiedereingliederung.

Wie eine Wand

Rückblick ins Jahr 2014: Am Abend des 1. Dezember versucht Hahne auf der heimischen Couch etwas auszuspannen. Seit dem Morgen plagen ihn Kopfschmerzen. Er schiebt das auf den Stress in seinem Job als Systemischer Coach und Konfliktmanager. Darüber hinaus belastet ihn ein Todesfall in der Familie. Dann geht alles plötzlich ganz schnell: Sein Zustand verschlechtert sich dramatisch, er erleidet eine Hirnblutung und bricht zuhause zusammen. Es folgen eine umgehende Not-OP im Universitätsklinikum Mainz sowie fünf Tage künstliches Koma. Die genaue Ursache bleibt ungeklärt, die Spezialisten im Krankenhaus vermuten, dass durch kurzfristigen Bluthochdruck die Außenwand einer Ader im Gehirn geplatzt ist. „Spontane intrazerebrale Blutung mit Ventrikeleinbruch links“ lautet die Diagnose. Für rund zehn bis 15 Prozent aller Schlaganfälle in Europa ist das die Ursache. „Mir ging es richtig schlecht“, berichtet Hahne. „Das war wie eine Wand, die vor mir steht und an der ich nicht vorbeikomme.“ Als wäre das nicht schon schlimm genug, kommt es zu Komplikationen, eine zweite OP folgt. Es besteht außerdem der Verdacht auf Epilepsie, weshalb Hahne zusätzlich Medikamente einnehmen muss. Dieser Verdacht bestätigt sich dann aber glücklicherweise nicht.

Alles auf null

Schlaganfall: Das Bild zeigt Frank Hahne vor dem Schwimmbad.

© Andreas Reeg

Hahne ist zunächst halbseitig gelähmt, sein ganzes Leben ist auf einen Schlag auf den Kopf gestellt: „Ich musste bei null anfangen und alles wieder neu lernen: Schlucken, Atmen, Sprechen, Gehen …“ Der begeisterte Taucher und Judokämpfer will sich davon aber nicht unterkriegen lassen und macht sich Schritt für Schritt auf den langen Weg zurück in sein altes Leben. Es folgen zahlreiche Rehas, regelmäßige Therapien bei Logopäden, Physio-, Psycho- und Ergotherapeuten. Wer schon einmal schwer erkrankt war, weiß, wie belastend und anstrengend das sein kann. Vielen Betroffenen fehlen die Kraft und die Nerven, sich in dieser Situation auch noch um bürokratische Aspekte wie Kranken- oder Übergangsgeld zu kümmern. „Außer Freunden und Familie war meine Frau in dieser Zeit meine größte Stütze. Sie hat sich um den ganzen Papierkram gekümmert, mit Ärzten telefoniert und Termine vereinbart. Und in den ersten Jahren hat sie mich zu fast jeder Behandlung gefahren“, betont Hahne.

Man sollte nie aufgeben, denn Wunder können tatsächlich geschehen. Frank Hahne

Persönliche Unterstützung

Eine weitere Hilfe in dieser Zeit war für ihn Andrea Heinkel von der Schwenninger Krankenkasse. Die 55-Jährige ist Kundenberaterin in Fulda und hat Hahne anderthalb Jahre bei Themen wie Krankengeld, Behandlungsunterstützung oder Rehamaßnahmen beraten. „Ich erinnere mich sehr gut an Frank Hahne. Sein schweres Schicksal hat mich natürlich bewegt“, sagt die gebürtige Thüringerin. „Umso wichtiger war es, dass er unbürokratisch und zeitnah Hilfe bekommt und er sich ganz auf seine Genesung konzentrieren kann“, erzählt Heinkel. „Ich sehe in jedem Kunden zunächst den Menschen und nicht den Leistungsfall.“ Andrea Heinkel arbeitet in einem Team von 18 Mitarbeitern, die aktiv auf Menschen wie Frank Hahne zugehen und telefonisch oder per E-Mail über Leistungen informieren und Fragen beantworten, bei der Suche nach Ärzten und Therapieangeboten unterstützen oder die Bewilligung von finanzieller Unterstützung wie dem Krankengeld vorantreiben.

Hahne hat die Unterstützung in dieser Zeit sehr geholfen: „Es wurde nicht lange diskutiert, sondern dort zügig geholfen, wo es darauf ankam. Das ist nicht selbstverständlich.“ Überrascht hat ihn auch, dass man sich nach dem Befinden seiner Frau erkundigt hat und ob sie Unterstützung benötigt. „Das hat meiner Frau Zuversicht und Mut gegeben“, betont Hahne.

Fast am Ziel

Auch wenn Frank Hahne noch nicht ganz am Ziel ist, die Richtung stimmt. „Ich mache schon mehr Pausen als früher, schlafe wesentlich mehr und versuche gewisse Einschränkungen in meinem Leben zu akzeptieren“, erzählt er. „Ich habe durch diese Erfahrung aber eine ganz andere Perspektive auf die Dinge bekommen, dir mir in meinem Leben wichtig sind, nämlich Familie, Freunde und Wegbegleiter. Man kann noch viel erreichen nach so einer Erfahrung.“

Nun geht es ihm vor allem darum, schrittweise wieder in seinen alten Beruf zurückzufinden. „Auf dem Weg dahin hat mir vor allem geholfen, offen über meine Ängste und Probleme zu sprechen und auch mal Schwächen zu zeigen. Die meisten Menschen reagieren sehr positiv und verständnisvoll, wenn man erklärt, warum man etwas anders macht als früher oder länger braucht als andere. Man sollte nie aufgeben, denn Wunder können tatsächlich geschehen.“

Die Schwenninger Krankenkasse unterstützt Sie auch bei längerer Arbeitsunfähigkeit, beispielsweise mit dem Krankengeld.
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