Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

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Rosskastaniensamen helfen bei Venenerkrankungen. (Foto: shutterstock / Africa Studio)

Rosskastanien: Gut für die Venen

Kastanienbäume spenden nicht nur Schatten in Biergärten und liefern Bastelmaterial. Bekannt ist die Rosskastanie auch als Heilpflanze, die nachweislich bei Venenleiden hilft.

Die Rosskastanie stammt ursprünglich aus Südosteuropa und dem Kaukasus und kam erst im 16. Jahrhundert nach Mitteleuropa. Auch der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. liebte die prächtigen, bis zu 30 Metern hohen Bäume. Als Arzneipflanze wird die Kastanie in deutschen Medizinbüchern erst im 17. Jahrhundert erwähnt. Ihr Name steht für einen engen Bezug zu Pferden. Osmanische Reiter sollen früher ihre Rösser mit Kastanien gefüttert haben, wenn sie krank waren.

Heilwirkung nachgewiesen

Die frischen Rosskastaniensamen sind für Menschen zwar ungenießbar, ihre Inhaltstoffe allerdings haben es in sich und können nachweislich bei Venenleiden helfen. Sie dichten die Gefäßwände ab, so dass sich kein Wasser im Gewebe ablagern kann, die Venen werden gestärkt, das Blut fließt schneller zurück zum Herzen. Verantwortlich hierfür sind vor allem die Saponine, allen voran der Wirkstoffkomplex Aescin, der aus mehr als 30 einzelnen Substanzen zusammengesetzt ist. Sie haben auch entzündungshemmende Wirkung und lindern Ödeme und Krampfadern.

Klinische Studien belegen die Wirksamkeit bei Thrombosen, Gefäßbeschwerden durch Stoffwechselerkrankungen und Schwellungen der Muskeln und Sehnen. Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt den Extrakt aus Rosskastaniensamen „zur Behandlung von chronisch venöser Insuffizienz“. Und die europäischen Gesellschaften für Phytotherapie halten die Anwendung „bei chronisch venöser Insuffizienz und Krampfadern“ für sinnvoll.

Tee aus Blätter und Blüten

Nicht offiziell anerkannt ist die Wirksamkeit von Blättern, Blüten und Rinde. Aber die traditionelle Naturheilkunde greift seit Jahrhunderten darauf zurück. Tee aus Kastanienblüten (frischen im Frühjahr oder getrockneten aus der Apotheke) wirkt beispielsweise schleimlösend und hilft bei zähem Husten. Für eine Tasse lässt man eine halben Teelöffel getrocknete Blüten etwa fünf Minuten ziehen. Setzt man den Tee weniger stark an, ist er eine ideale Einschlafhilfe. Auch aus den Blättern lässt sich Tee machen, der gegen Fieber und Keuchhusten helfen soll. Als Sud abgekocht, lindert die Rinde der Rosskastanie ebenfalls Venenleiden, aber auch Ekzeme, Geschwüre und andere Hautprobleme. Sie wird zum Einreiben oder für Umschläge verwendet. Bei rheumatischen Schmerzen und müden, schweren Beinen empfiehlt sich eine Tinktur zum Einreiben. Hierfür werden die Kastanien gewaschen, grob zerkleinert und mit Schnaps übergossen. Nach drei Wochen an einem hellen Standort wird die Tinktur in eine dunkle, verschließbare Flasche abgeseiht.

Bei Zubereitungen aus Rosskastanien kommt es nur selten zu Nebenwirkungen. Am häufigsten sind hier Magenbeschwerden und Juckreiz auf der Haut. Bisher nicht erforscht sind Auswirkungen bei Schwangeren und Kindern. Sie sollten daher auf Heilmittel auf Basis von Rosskastanien verzichten oder vor der Anwendung ihren Arzt fragen.

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