Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

© Sophia Martineck

Du tickst doch (nicht) richtig

Pssst, wir verraten Ihnen jetzt ein großes Geheimnis: Obwohl jeder Mensch eine ganz eigene Persönlichkeit besitzt, ticken wir manchmal doch alle gleich – und zwar gleich daneben. Erfahren Sie hier mehr über sechs psychologische Effekte, die Sie vielleicht auch von sich selbst kennen:

 

© Sophia Martineck

Dübel zugerichtet

Hier noch ein Nagel – und, oh, wo kommt eigentlich diese Schraube hin? Egal. Wer schon mal selbst ein Regal aufgebaut hat, weiß: Wenn’s steht, ist man stolz wie Bolle! Dieser Stolz geht sogar ziemlich weit, wie der sogenannte IKEA-Effekt deutlich macht: Wir Menschen tendieren nämlich dazu, selbst entworfene und zusammengebaute Dinge viel wertvoller einzuschätzen als vergleichbare, bereits fertig montierte Gegenstände – selbst, wenn diese vom Profi zusammengezimmert wurden.

 

 

© Sophia Martineck

Lass mich, ich kann das!

Wetten, dass auch Ihnen gleich jemand einfällt, auf den der Dunning-Kruger-Effekt zutrifft? Die beiden Wissenschaftler David Dunning und Justin Kruger haben herausgefunden, dass inkompetente Personen dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen: Schachspielen? Autofahren? Seiltanz? Alles kein Problem für die Inkompetenten. Das Fatale: Unwissenheit führt leider auch zu mehr Selbstbewusstsein. Die Inkompetenten sind also auch lauter und mutiger als die Kompetenten. Und, haben Sie jetzt auch an Ihren Chef denken müssen?

 

 

© Sophia Martineck

Ich sehe was, was jeder sieht

Wir haben eine Persönlichkeitsanalyse der perspektive-Leser erstellt. Ein Auszug aus dem Ergebnis: „Sie möchten Zuneigung und Bewunderung, aber neigen auch zu Selbstkritik. Ihnen ist schmerzhaft bewusst, dass sie einige ihrer Fähigkeiten brachliegen lassen. Äußerlich treten sie diszipliniert auf, aber innerlich sind sie oft unsicher.“ Okay, das mit der Analyse war Quatsch. Wir haben den Barnum-Effekt genutzt: Menschen interpretieren allgemeingültige Aussagen über sich als zutreffende Beschreibung. Handleser und Horoskop-Autoren nutzen diesen Effekt.

 

 

© Sophia Martineck

Klein, kleiner, am größten!

Ding-Dong. – „Hallo, ich verkaufe Heißluftballon-Flüge für 499 Euro.“ – „Kein Interesse. Tschüss!“ Das Ganze noch mal mit der Fuß-in-der-Tür-Technik: Ding-Dong. – „Hallo, Sie können diesen Spielzeugflieger für 4,90 Euro fliegen lassen.“ – „Gutes Angebot, das mache ich!“ – „Oh, ich verkaufe übrigens auch Heißluftballon-Flüge für 499 Euro. Wollen Sie einen?“ – „Ja, warum eigentlich nicht.“ Weil wir in unseren Entscheidungen möglichst konsistent erscheinen möchten, geben wir einer großen Bitte häufig nach, wenn sie auf eine kleine Bitte folgt. Kleiner Tipp: Versuchen Sie das doch mal bei der nächsten Gehaltsverhandlung.

 

Manche Entscheidungen treffen wir auch einfach aus dem Bauch heraus. Eine Geschichte über Kopf- und Bauchbeschlüsse lesen Sie hier.

 

 

© Sophia Martineck

Das ist doch ein Witz!

Eine leicht angeheiterte Frau guckt nachts neben einer Laterne auf den Boden. Kommt ein Polizist vorbei und fragt: „Was tun Sie da?“ – „Ich suche meinen Schlüssel.“ Schon hilft der Polizist bei der Suche mit. Nach zehn Minuten fragt er: „Sind Sie sicher, dass Sie ihn hier verloren haben?“ Antwortet die Frau: „Nein, dort drüben. Aber hier ist mehr Licht!“ Ha, ha, ha – na ja. Ein so schlechter Witz steht in diesem Magazin nicht ohne Grund: Er ist das perfekte Beispiel für den Straßenlampen-Effekt: Wir Menschen tendieren tatsächlich dazu, dort nach Lösungen für Probleme zu suchen, wo die Suche am einfachsten erscheint.

 

 

© Sophia Martineck

Später mehr davon

Ein Experiment: Wir bieten Ihnen einen Schokokuss. Sie können entweder gleich reinbeißen oder Sie warten mit dem Essen, bis eine Glocke läutet. Dann gibt’s einen zweiten Schokokuss dazu. Wie lange würden Sie warten? Gar nicht? Fünf Minuten? Eine halbe Stunde? Wissenschaftler haben herausgefunden: Je länger Kinder im Experiment ausgeharrt hatten, desto kompetenter wurden sie als Jugendliche in der Schule und in sozialen Bereichen. Das nennt man dann wohl eine nüchterne Entscheidung – oder wissenschaftlich das Belohnungsaufschub-Paradigma.

 

Von Luftschlössern und Altgascontainern: Mehr Kurioses lesen Sie in unseren (F)Kurzgeschichten.
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