Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

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Drei Büro-Angestellte, die mit Papierfliegern werfen. Sie leiden vermutlich an Prokrastination, auch Aufschieberitis genannt.Wer an Prokrastination leidet, dem fehlt meist die Motivation, Aufgaben zu beenden.

Prokrastination – oder die Kunst des Aufschiebens

Wenn die Prokrastination zuschlägt und das Chaos im Keller zu beseitigen ungefähr so aufregend ist wie Hausarbeiten zu schreiben oder die Steuererklärung zu machen. So sehr wir uns es auch vornehmen, irgendetwas kommt immer dazwischen. 

Ein zu Jahresbeginn weltweit oft geteilter Tweet lautet in etwa: „Mein Ziel für 2017 ist, die Ziele von 2016 zu erreichen, welche ich in 2015 hätte erfüllen sollen, weil ich es mir 2014 vorgenommen habe.“ Dass solche Beiträge auf Twitter so gut ankommen zeigt, dass Prokrastination kulturunabhängig ist, sich durch alle Schichten zieht und sowohl Männer als auch Frauen betrifft.

Das Wort kommt aus dem Lateinischen: „Procrastinare“ heißt zu Deutsch „vertagen“. Aufschieberei gedeiht besonders dort gut, wo Arbeitszeit frei eingeteilt werden kann, beispielsweise bei Studenten. Auch deshalb prägte der israelische Physiker und Theoretiker Eliyahu M. Goldratt für das Phänomen des Aufschiebe-Verhaltens den Begriff Studentensyndrom.

Mehrere Umfragen zeigen, dass zwischen 60 und 70 Prozent der Studenten ein Problem mit ihrer Motivation haben, Aufgaben zeitnah und ohne Druck zu erledigen. An manchen Universitäten wurden deshalb bereits Prokrastinations-Ambulanzen eingerichtet, bei denen Psychologen mit wichtigen Ratschlägen weiterhelfen. Vor allem Studenten der Geschichte und Philosophie sind gefährdet, zu prokrastinieren.

Studien wie die der Wilhelms-Universität Münster oder der DePaul-Universität Chicago zeigen, dass Prokrastinierer häufiger an Erkältungen, Grippe und Schlafstörungen leiden sowie öfters zur Flasche greifen. Rund 15 Prozent der Aufschieber sind sogenannte „Lifestyle-Aufschieber“. Sie lieben den Adrenalin-Kick, der beim Hinauszögern entsteht.

Menschen, die unter Prokrastination leiden, müssen die Hoffnung dennoch nicht aufgeben. Mit der nötigen Konzentration auf die richtigen Dinge lassen sich auch unliebsame Aufgaben im Handumdrehen erledigen. Tipps dazu finden Sie hier . Mit diesem Test der Universität Münster  können Sie herausfinden, ob Sie zu den chronischen Aufschiebern gehören.

Prokrastination ist besser bekannt als Aufschieberitis oder Studentensyndrom. Wer prokrastiniert, dem fehlt die Motivation, eine Aufgabe zeitnah und ohne Druck zu erledigen.

Prokrastination trifft auch häufig dann auf, wenn man eigentlich Sport machen möchte. Damit Sie für ein paar Fitnessübungen nicht mal das Haus verlassen müssen, gibt es unseren #FitnessFreitag: in kurzen Videos erklären Sportwissenschaftler einfache, aber wirksame Übungen für zuhause – schauen Sie mal rein! 

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