Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Organspende ist ein wichtiges Thema. Die Illustration zeigt mögliche Organe, die man mit Organspendeausweis spenden kann, beispielsweise Herz, Lunge oder Niere.2018 warteten in Deutschland etwa 9.500 Menschen auf ein Organ – aber nur 3.100 Organe wurden gespendet. © GettyImages / stefanamer

Auf Herz und Niere

Wer gesund ist, denkt meistens nicht an das Thema Organspende. Doch durch einen Unfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall eines Angehörigen kann sich das plötzlich ändern. Hat er oder sie zu Lebzeiten keine Entscheidung getroffen, kann es sein, dass die Angehörigen bestimmen müssen, ob Organe gespendet werden. Deswegen gilt, egal ob ja oder nein: Der zu Lebzeiten ausgefüllte Organspendeausweis schafft Klarheit.

Bewusste Entscheidung

Wer in Deutschland seine Organe spenden möchte, muss sich aktiv dafür entscheiden, das auf einem Organspendeausweis dokumentieren und diesen stets bei sich tragen. Dabei kann jeder auch nur der Entnahme bestimmter Organe oder Gewebe zustimmen oder andersherum Organe oder Gewebe von der Spende ausschließen.

Strenge Kriterien

Hat der Betroffene oder einer seiner Angehörigen einer Entnahme von Organen oder Gewebe zugestimmt, muss zunächst der Hirntod von zwei erfahrenen und speziell ausgebildeten Ärzten – unabhängig voneinander – eindeutig festgestellt werden. Erst wenn diese Bedingungen nach dem Transplantationsgesetz erfüllt sind, dürfen die Organe entnommen werden.

Intensive Debatte

2018 warteten in Deutschland etwa 9.500 Menschen auf ein Organ – aber nur 3.100 Organe wurden gespendet. Um die Zahl der Spender zu erhöhen, schlugen Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit (CDU), Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, und weitere Bundestagsabgeordnete im Herbst 2018 eine Widerspruchslösung bei der Organspende vor. Das heißt: Jeder wäre grundsätzlich Organspender, außer er widerspricht aktiv. Ein weiterer Vorschlag einer anderen Abgeordnetengruppe hingegen sieht vor, jeden regelmäßig mit der Frage der Organspende zu konfrontieren, beispielsweise wenn ein Ausweis auf dem Amt beantragt wird. Der Organspende müsste dennoch weiterhin aktiv zugestimmt werden. Weil es ein sehr emotionales Thema ist, ist die Debatte noch nicht abgeschlossen.

ORGANSPENDEAUSWEIS
Alle Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren können eine Entscheidung für sich treffen. Gegen eine Organspende können Jugendliche sich bereits ab 14 Jahren äußern. Egal ob ja oder nein – die Entscheidung muss schriftlich festgehalten werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder den Organspendeausweis direkt online ausfüllen und ausdrucken oder als Karte kostenfrei bestellen. Beides ist hier möglich.

Wichtig ist, dass der Organspendeausweis immer bei sich getragen wird, denn die Entscheidung wird an keiner anderen Stelle dokumentiert. Aus rechtlichen Gründen darf auch die Krankenkasse diese Entscheidung nicht speichern. Ein Organspendeausweis mit dem entsprechenden Kreuz ist daher die einzige Möglichkeit, seine Entscheidung zu äußern.

Große Bereitschaft

Etwa 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind grundsätzlich bereit, ihre Organe zu spenden. Das zeigt eine Anfang des Jahres durchgeführte Umfrage der Schwenninger Krankenkasse. Dennoch ist nur etwa jeder dritte Deutsche Organspender. Weitere Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich jeder zweite über das Thema Organspende schlecht informiert fühlt und jeder dritte nicht weiß, wie er zum Organspender werden kann.

Alle Ergebnisse der Umfrage zur Organspende der Schwenninger Krankenkasse finden Sie hier.

Information ist wichtig

Auch die Schwenninger verfolgt die aktuelle Diskussion und widmete ihre Veranstaltungsreihe „Gesundheit zum Frühstück“ im März 2019 dem Thema Organspende. Zu Gast waren Prof. Dr. Claudia Schmidtke, MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss und Patientenbeauftragte der Bundesregierung, und Prof. Dr. Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates.
Schmidtke befürwortete den Vorschlag einer Widerspruchslösung. Dabrock hält ihn dagegen für schädlich, weil er ausgerechnet in einer höchstpersönlichen Frage die bewährten Rechtsgrundsätze der informierten Einwilligung und der Verhältnismäßigkeit missachte.
Siegfried Gänsler, Vorstand der Schwenninger Krankenkasse, betont: „Wichtig ist, dass die Menschen bei der anstehenden Debatte mitgenommen werden. Wir Krankenkassen leisten bereits einen Beitrag zur Aufklärung. Dabei merken wir auch, dass Ängste und Unsicherheiten eine Rolle spielen. In der Frage, wie wir die Organspende zukünftig regeln wollen, brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Debatte. Dies bietet auch die Chance, die breite Bevölkerung besser zu informieren, sodass jeder persönlich eine Entscheidung treffen kann.“

HIER GIBT’S MEHR INFORMATIONEN 
Sie möchten mehr zum Thema Organspende erfahren? Das Infotelefon der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist unter folgender Nummer kostenlos aus dem Fest- und Mobilnetz erreichbar: 0800 904 04 00, Montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter: www.DSO.de oder www.Organspende-Info.de

 

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