Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Gesund per Gesetz? Dr. Dietrich Garlichs fordert Maßnahmen gegen versteckte Inhaltsstoffe wie eine Zuckersteuer. Auf dem Bild sind ein angebissener Apfel und ein angebissener Donut einander gegenübergestellt.© GettyImages / dima_sidelnikov

Schluss mit versteckten Inhaltsstoffen

Eins vorweg: Der Staat kann gesunde Ernährung nicht vorschreiben oder regulieren, weil am Ende jeder selbst entscheidet, wie viel und was er essen möchte – und das ist auch gut so. Es geht vielmehr darum, die Verbraucher besser zu informieren, um gesunde Ernährung leichter zu machen.

Offensichtlich fehlt vielen dieses Wissen: Mehr als die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer sind übergewichtig, haben also einen Body-Mass-Index (BMI) größer als 25. Schon bei Kindern ist Übergewicht ein Problem – und das mit schwerwiegenden Folgen: Herzinfarkte, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, und Schlaganfälle werden begünstigt.
Aber nicht nur der Einzelne bezahlt schlechte Ernährung mit seiner Gesundheit – auch die Gesellschaft trägt jedes Jahr die Kosten für die Folgen von Übergewicht in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Gesundheitspolitik versucht schon lange, die Menschen zu gesünderer Ernährung anzuhalten – erfolglos.
Fertigprodukte und Softdrinks sind allgegenwärtig. Gegen den Werbedruck der Lebensmittelindustrie sind Appelle an die Vernunft offensichtlich machtlos.

Versteckter Zucker

Bei der Vielzahl von fast 160.000 Lebensmittelprodukten sind die Inhaltsstoffe für Verbraucher kaum ersichtlich. Drei Viertel aller Produkte enthalten Zucker, der sich hinter 50 verschiedenen Begriffen versteckt. Da hilft nur eine klare Kennzeichnung. Nur wer auf der Verpackung schnell erkennt, wie hoch beispielsweise der Zuckeranteil ist, kann sich gesundheitsbewusst entscheiden.
Die Mehrheit der Deutschen ist für eine solche Kennzeichnung, nur die Lebensmittelindustrie kämpft dagegen an.

Vorbild Großbritannien: Zuckersteuer 

Bevor die Briten eine Softdrink-Zuckersteuer einführten, hatte die Industrie zwei Jahre Zeit, den Zuckergehalt zu senken. Die Ankündigung führte zu messbaren Erfolgen: Coca-Cola halbierte den Zuckergehalt von Sprite von 6,6 auf 3,3 Gramm und die Supermarktkette Tesco senkte den Zuckergehalt aller Eigenmarken, um unter dem Zuckergrenzwert zu bleiben.
Mit der Alkopop-Steuer hat Deutschland schon 2004 gezeigt, wie man ungesunden Konsum erfolgreich eindämmt.

Wie sinnvoll sind solche Gesetze wie eine Zuckersteuer für eine gesunde Ernährung? Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop widerspricht Garlichs. Er sagt: „Selbst isst der Mensch“. Warum lesen Sie hier.

 

Gesund per Gesetz? Dr. Dietrich Garlichs fordert Maßnahmen gegen versteckte Inhaltsstoffe wie eine Zuckersteuer. Das Bild zeigt Dr. Dietrich Garlichs.

© ODG/Deckbar

Meinungsbeitrag von Dr. Dietrich Garlichs. Er war Geschäftsführer der „Deutschen Diabetes Gesellschaft“ (DDG) und ist Gründer der „Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten“ (DANK). Er setzt sich für die Prävention moderner Zivilisationserkrankungen, wie Übergewicht und Diabetes, ein.

28. Mai 2019
Diagnose Endometriose
Da kann jede Frau ein Lied von singen: Regelschmerzen während der Periode. Wenn die...
31. Juli 2019
Leben mit Diabetes
Fridolin Hohenreuther hat Typ-2-Diabetes – in Deutschland keine Seltenheit. Beinahe jeder Zehnte ist von...

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.