Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Bild zeigt den pensionierter Mitarbeiter der Schwenninger Krankenkasse Fridolin Hohenreuther.Fridolin Hohenreuther ist pensionierter Mitarbeiter der Schwenninger Krankenkasse und spricht über sein Leben mit Diabetes. © Sabina Paries

Leben mit Diabetes

Laut der Internationalen Diabetes Föderation sind weltweit 425 Millionen Menschen von der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus betroffen. In Deutschland ist es beinahe jeder Zehnte.

Einer davon ist Fridolin Hohenreuther, der sich vor seinem Ruhestand schwerpunktmäßig im Vorstandsbüro der Schwenninger Krankenkasse um den Verwaltungsrat gekümmert hat. Die Diagnose Diabetes kam vor 15 Jahren ganz unerwartet: „Ich war für einen normalen Check-up beim Arzt und bekam die Zuckerkrankheit diagnostiziert“, sagt der 70-Jährige. Wie 90 Prozent der Erkrankten hat auch der Pensionär Diabetes Typ 2. Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

Insulinresistenz

Das Bild zeigt eine Bauchspeicheldrüse, auch genannt Pankreas.

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas, liegt quer hinter dem Magen. © Communication Consultants / David Dharsono

Typ-2-Diabetes entwickelt sich erst im Laufe des Lebens und wurde deshalb früher Altersdiabetes genannt. Normalerweise sorgt das Hormon Insulin dafür, dass der mit der Nahrung aufgenommene Zucker aus dem Blut in die Muskel- und Fettzellen transportiert wird, um die Zellen mit Energie zu versorgen. Betroffene von Typ-2-Diabetes haben einen relativen Insulinmangel. Das heißt, die Betazellen der Bauchspeicheldrüse produzieren zwar noch Insulin, es wirkt aber nicht richtig, weil die Zellen es nicht ausreichend aufnehmen können. Befindet sich zu viel Zucker im Blut, ist das ein Signal an die Bauchspeicheldrüse, noch mehr Insulin zu produzieren, um den Zuckeranteil im Blut zu senken. Mit der Zeit erschöpft sich die Bauchspeicheldrüse und produziert immer weniger Insulin. Hier helfen Medikamente, sogenannte Antidiabetika, den Blutzucker zu senken. Besteht der Typ-2-Diabetes über längere Zeit, müssen einige Betroffene auch Insulin spritzen.

Wenn das Insulin fehlt

Typ-1-Diabetes tritt häufig bereits im Kindes- und Jugendalter auf. Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt. Das eigene Immunsystem greift die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört die insulinproduzierenden Zellen nach und nach. Dadurch wird zu wenig oder gar kein Insulin mehr produziert. Sind 80 Prozent der Zellen zerstört, stellt die Bauchspeicheldrüse ihre Funktion ein. Diesen absoluten Insulinmangel müssen die Betroffenen dann lebenslang ausgleichen, indem sie sich mehrmals täglich Insulin spritzen.

Alle ziehen an einem Strang

Mit gesunder Ernährung, viel Bewegung und einer Therapie mit optimal eingestellten Medikamenten bekommt man seinen Zuckerhaushalt in den meisten Fällen gut geregelt. „Nach der Diabetes-Diagnose hat mir das MedPLUS-Programm der Schwenninger sehr geholfen“, sagt Hohenreuther, „Ich habe dabei gelernt, worauf ich alles achten muss, um die Krankheit in den Griff zu bekommen und Folgeerkrankungen, wie Sehstörungen, zu vermeiden.“ Das Ziel der MedPLUS-Programme, auch Chroniker-Programme oder Disease-Management-Programme (DMP) genannt, ist die optimale Abstimmung aller Beteiligten. Sie werden auch für andere chronische Krankheiten, wie Asthma bronchiale, koronare Herzkrankheit (KHK), chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Brustkrebs, angeboten. „Ich fühle mich sehr gut aufgehoben. Mein Ansprechpartner bei der Schwenninger hat mir die richtigen Fachärzte und Beratungsstellen vermittelt und alle Fragen beantwortet“, betont Hohenreuther und fügt hinzu: „Alle ziehen an einem Strang, damit es mir gut geht.“

 

Drei Fragen an Fridolin Hohenreuther

Das Bild zeigt den pensionierter Mitarbeiter der Schwenninger Krankenkasse Fridolin Hohenreuther.

© Sabina Paries

Fridolin Hohenreuther hat Typ-2-Diabetes. Die Diagnose bekam er vor 15 Jahren bei einer regulären Gesundheitsuntersuchung.

Wie äußert sich Ihre Diabetes-Erkrankung im Alltag?
An die regelmäßigen Blutzuckermessungen musste ich mich erstmal gewöhnen. Grundsätzlich mache ich die vor jedem Essen und jeder Zwischenmahlzeit. Außerdem habe ich meine Essgewohnheiten angepasst und hier und da mal etwas reduziert oder weggelassen. Statt Spaghetti al Pomodoro und Süßigkeiten gibt es jetzt mehr Gemüse. An sich komme ich im Alltag aber gut klar.

Wie gehen die Menschen in Ihrem Umfeld mit Ihrer Erkrankung um?
Da habe ich bisher zum Glück überhaupt keine Veränderungen erlebt. Ab und zu werde ich nach meinem Befinden gefragt, natürlich im Zusammenhang mit Diabetes. Manchmal kommt auch jemand zu mir und will mehr über Diabetes wissen. Ich finde das gut, wenn sich die Leute auch vorbeugend informieren, und gebe da gerne Auskunft.

Was raten Sie anderen an Typ-2-Diabetes Erkrankten?
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur zu größtmöglicher Disziplin raten. Diabetes tut nicht weh, ist daher aber umso heimtückischer und mit gravierenden Spätfolgen verbunden, wenn man nicht aufpasst. Deshalb sollte man generell auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten.

Zur Person: Fridolin Hohenreuther (70) arbeitete 16 Jahre bei der Schwenninger Krankenkasse, zuletzt als Assistent des Vorstandes. Wenn er nicht gerade im Garten arbeitet, halten ihn seine zwei Hunde auf Trab. So bleibt er in Bewegung.

Lesen Sie hier Tipps für eine gesunde Ernährung von Dr. Anne Fleck, kurz Doc. Fleck.

 

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