Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

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Was ist dran am Faszientraining?

Faszientraining gehört zum Standardprogramm vieler Fitnessstudios und Ratgeber. Es gibt auch einfache Übungen mit der BLACKROLL® für zu Hause, die wir Ihnen hier zeigen. Gesunde und lockere Faszien sollen uns flexibler, beweglicher und stärker machen. Ist der Hype gerechtfertig?

Unter Faszien versteht man alle kollagenen und elastisch-faserigen Bindegewebe, insbesondere die Gelenk- und Organkapseln, Muskelhüllen, Membranen, Sehnen, Bänder sowie die flächigen, festen Bindegewebsschichten. Während beim Training das Hauptaugenmerk lange Zeit auf Kraft und Ausdauer lag, wurde dieses Bindegewebe eher stiefmütterlich behandelt. Das hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

Vom Mauerblümchen zum Fitness-Hype

„Faszien haben sich von einem ‚Mauerblümchendasein‘ zu einem regelrechten Hype und Trendthema in Sport, Medizin, Therapie und Rehabilitation  entwickelt. Faszien haben muskelähnliche Eigenschaften, also sollten sie auch auf Trainingsreize ähnlich ansprechen“, erklärt Kay Bartrow, Autor der Bücher „Blackroll“ und „Faszientraining für Sportler“. Aufgrund seiner rund 20-jährigen Berufserfahrung als Fitness-Trainer, Physiotherapeut und Lehrbeauftragter weiß er, dass sich Faszien auf unterschiedliche Weise trainieren lassen. Die häufigsten Übungen bestehen aus einer Mischung aus Dehnungen und federnden Bewegungen. Beliebt sind auch Übungen mit der so genannten Faszienrolle oder Blackroll – einer kräftigen Schaumstoffröhre, mit der man verschiedene Fasziengruppen „ausrollen“ kann. „Die Übungen mit der Blackroll bringen einerseits einen Stoffwechselantrieb für das Fasziensystem und gleichzeitig erfordert die Rollbewegung auch eine gute motorische Bewegungskontrolle. Durch das Rollen werden Muskeln, Nerven, Bänder oder Sehnen gegeneinander verschoben und gedrückt. Dabei wird die Durchblutung angeregt, Verklebungen und Verspannung können sich lösen und auch Narbengewebe kann wieder gelockert werden“, sagt Bartrow. Von der Behandlung profitieren gesunde wie angeschlagene Faszien gleichermaßen. Letztere sind oft das Ergebnis von Fehlbelastungen und ungeschickten Bewegungen. Das passiert im Alltag beim Treppen steigen, Fenster putzen oder Haare waschen genauso wie beim Sport. Ist das Fasziensystem gestört, macht sich das durch steife Bewegungen und Schmerzen bemerkbar – vergleichbar mit der Verletzung von Muskeln und Gelenken.

„Faszientraining bringt Menschen wieder in Bewegung“

Die Pflege der Faszien beschränkt sich natürlich nicht nur auf das Training mit der Faszienrolle. Viele Elemente des Faszientrainings erinnern an Dehnübungen aus Pilates oder Yoga. Da stellt sich die Frage: Ist Faszientraining mehr als alter Wein in neuen Schläuchen? Kay Bartrow begegnet dem Vorwurf mit Gelassenheit: „Nun, allein schon der Begriff „Faszientraining“ klingt vielversprechend, oder? Es hat etwas von Wissenschaft, klingt modern und vor allem neu und unverbraucht. Natürlich ist es momentan ein regelrechter Hype, der sich aber lange halten wird. Wenn ich aber nur die Möglichkeiten und bisherigen Ergebnisse in meiner therapeutischen Arbeit betrachte, ist die Faszienarbeit mit Patienten nicht mehr wegzudenken. Es fördert nicht nur Sportler, sondern bringt ganz allgemein Menschen wieder in Bewegung.“

Kritiker werfen dem Faszientraining jedoch vor, dass es für seine Wirksamkeit nur wenig wissenschaftliche Belege gibt. Seiner Beliebtheit tut das aber keinen Abbruch. „Es kommt bei diesen sogenannten wissenschaftlichen Effektivitätsnachweisen immer darauf an, was man damit beweisen möchte. Faszientraining ist eine Art ‚missing link‘, sowohl im Bereich der Therapie, als auch im Bereich des Sports. Viele sportliche Leistungen können über die reine Muskelaktivität überhaupt nicht erklärt werden, etwa Kraftleistungen beim Gewichtheben“, erklärt Kay Bartrow. Allen Skeptikern macht der Physiotherapeut daher einen sehr pragmatischen Vorschlag: „Es ist recht einfach, sich zum Thema Faszientraining eine unabhängige Meinung zu bilden: einfach ausprobieren. Wenn es sich gut anfühlt, ist es auch gut für den Körper. Und wenn sich die sportlichen Ergebnisse nach einem Faszientraining auch noch verbessern, dann sind die positiven Effekte nicht mehr von der Hand zu weisen!“

Um Ihre Faszien zu trainieren gibt es unter anderem die BLACKROLL®. Wir haben mit dem Gründer von BLACKROLL® gesprochen und haben verschiedene Trainingsvideos mit einfachen Übungen für zu Hause für Sie. Für Kunden der Schwenninger Krankenkasse gibt es extra BLACKROLL®-Pakete. Schauen Sie mal rein!
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