Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

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Wie sinnvoll sind Gesetze für eine gesunde Ernährung? Überhaupt nicht, sagt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop im Meinungsbeitrag.© GettyImages / Duka82

Selbst isst der Mensch – ohne Vorschriften

Früher galten Fett und Cholesterin als Bösewichte in Lebensmitteln – heute ist Zucker die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Er mache die Menschheit krank, dumm und fett. Aber: Die Warnung vor „zu viel“ Zucker ist eine hohle Phrase. Jeder Mensch verarbeitet Lebensmittel anders, pauschale Aussagen kann man nicht treffen. Was genau ist denn dann „zu viel“ und trägt zu Übergewicht bei?

Wo sind die fettleibigen Kinder?

Von Kindesbeinen an lernen wir, dass Süßes und Fettiges schlecht sind und dick machen. Doch die „Generation fettleibige Kinder“, die immer wieder als Grund herangezogen wird, existiert nicht. Laut der einzigen Verlaufsstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) des Robert Koch-Instituts von 2018 gelten gerade einmal 5,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen als fettleibig, sprich: sie haben einen BMI größer als 30.
Dieser Wert ist seit der ersten KiGGS-Studie 2006 nahezu stabil. Doch das hartnäckig wiederholte Mantra setzt sich fest: Erwachsene greifen automatisch zum zuckerfreien Müsli – im Glauben, eine „gesunde“ Wahl zu treffen. Dass der Zucker nur durch andere, teilweise künstliche Süßstoffe ersetzt wird, interessiert den konditionierten Zuckerverächter nicht. Dabei sagt man auch Süßstoffen nach, das Risiko für Fettleibigkeit zu erhöhen. Nach dem Motto: Wenig Zucker? Dann kann ich mehr davon essen.

Mehr Informationen zu Übergewicht bei Kindern und Rat bei der Ernährungsumstellung finden Sie hier. Und wie hoch ist eigentlich Ihr Body-Maß-Index? Der BMI-Rechner verrät es.

Zuckersteuer bedeutet Bevormundung

Zuckerhaltige Lebensmittel mit einer Sondersteuer zu belegen, würde noch öfter bedeuten: Zucker raus, künstliche Süßstoffe rein. Was statt Lebensmittelampeln auf Verpackungen und Anti-Zucker-Gesetzen wirklich hilft, ist der Appell an den eigenen gesunden Menschenverstand. Jeder merkt selbst, wann er Hunger hat, was er gut verträgt und wann er satt ist.
Wir sollten also vielmehr unserem intuitiven Essverhalten vertrauen. Kinder sollten in der Schule lernen, auf ihren Körper zu hören und praktisch erfahren, was gute Ernährung ausmacht. Zucker und „ungesunde“ Lebensmittel per se zu verteufeln, führt zu nichts. Auf das Maß kommt es an – und darüber kann jeder selbst entscheiden.

Augen auf bei der Wahl der richtigen Lebensmittel – nicht nur, wenn‘s um Zucker geht. Weitere Infos zu Ernährungs-Irrtümern gibt es hier.

 

Wie sinnvoll sind Gesetze für eine gesunde Ernährung? Überhaupt nicht, sagt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop im Meinungsbeitrag.

© Ramon Haindl

Wie sinnvoll sind Gesetze für eine gesunde Ernährung? Überhaupt nicht, sagt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop im Meinungsbeitrag.

Uwe Knop ist Ernährungswissenschaftler und Buchautor, etwa von „Kind, iss was … dir schmeckt“ (im Plassen Verlag erschienen). Seit mehr als zehn Jahren setzt er sich mit Mythen rund um gesunde Ernährung auseinander und hinterfragt sie kritisch.

 

 

 

 

 

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