Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Augentraining für Kinder: Das Bild zeigt einen kleinen Jungen, der sich zwei Zitronen vor die Augen hält.© Gettyimages/wundervisuals

Keine Tomaten auf den Augen

Nach einem langen Tag im Büro vor dem Bildschirm schwirrt einem abends schon mal der Kopf, die Augen sind trocken und das Lesen fällt schwerer. „Wir sind heute sehr oft visuellem Stress ausgesetzt“, sagt Susanne Riegger, Sozialpädagogin und Entspannungstrainerin im Team Gesundheitsförderung der Schwenninger Krankenkasse.

Erwachsene können dieses Problem und seine Ursache erkennen – und dagegen vorgehen. Doch Kinder und Jugendliche wissen oftmals nicht, wie sie die Warnzeichen des Körpers deuten müssen. „Weil hell leuchtende Bildschirme aber auch im Alltag der Kinder allgegenwärtig sind, ist es wichtig, von Anfang an etwas für die Augengesundheit zu tun“, sagt Riegger und betont: „Das Beste ist natürlich, das Smartphone auch mal wegzulegen und den Fernseher auszulassen.“ In der sogenannten CSeye-fit-Schulung lernen die Kinder deswegen, wie sie die Signale ihres Körpers deuten können. Seit vergangenem Jahr arbeitet die Schwenninger dafür mit der Augenoptikerin und Visualtrainerin Claudia Scheible-Dimou zusammen, deren Initialen Vorlage für den Schulungstitel waren.

Nachhaltig verankern

Das ganzheitliche Augentraining gibt es für Grund- und weiterführende Schulen. Ganzheitlich, denn auch Entspannungsübungen sind ein großer Bestandteil dieses Projektes. Nur ein entspanntes Kind ist auch in der Lage seine Augenaktivität zu kontrollieren. Der erste Durchgang mit „CSeye-fit“ fand Anfang des Jahres an der Grundschule in Peterzell bei Villingen-Schwenningen statt. „Unser Ziel ist es, dass die Übungen nachhaltig in der Schule und im Alltag verankert werden. Deswegen informieren wir von Anfang an außer den Schülern auch die Eltern und die Lehrer“, erklärt Riegger. Um das Training an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen, sichtet Scheible-Dimou schon vorab die Klassen. „So konnten wir Auffälligkeiten im Sehen erkennen und die Schulung darauf abstimmen“, sagt Scheible-Dimou.

Workout für die Augen

Los ging es für die Schüler mit einem Augentest, bei dem sie buchstäblich sehen konnten, wie sie tatsächlich sehen. Das Training baute dann weiter darauf auf. Die Visualtrainerin zeigte Übungen und präventive Maßnahmen für die Augengesundheit. „Komm her, geh weg“ ist eine dieser Übungen: Dabei halten sich die Kinder einen Stift an die Nase und ziehen diesen so lange nach vorne, bis der Ellbogen ganz gestreckt ist. Die Augen folgen dabei dem Stift. Damit wird das Sehen in der Nähe und in der Ferne trainiert. Nach jeder Übung schließt sich eine Kurzentspannung an,  die Riegger mit den Kindern durchführt.

Einmal draufhauen

Eines der Highlights der Schulung ist sicherlich die Übung mit den „FitLights“: Vier der kleinen runden Geräte liegen dabei vor den Schülern und leuchten in unterschiedlichen Farben auf. Blinkt eines davon beispielsweise gelb, so müssen die Schüler mit ihrer rechten Hand auf das Gerät drücken – blinkt das andere rot, mit der linken. Das schult ganz spielerisch die visuelle Reaktion und die kognitive Verbindung von Sehen und Denken. Diese und andere Übungen wiederholten die Schüler mehrmals in verschiedenen Einheiten. In einer Abschlussrunde haben Schüler und Lehrer schließlich festgelegt, wie die Übungen im Schulalltag platziert werden.

Sehen und gesehen werden

„Teilweise kamen die Eltern schon im Vorfeld auf uns zu, um sich zu informieren“, freut sich Riegger über die positive Resonanz. Während der Schulung waren die Kinder überrascht darüber, dass ihre Sehprobleme, wie ständiges Augenkneifen, besser wurden. „Und wenn Eltern dann sogar über Fortschritte beim Bewältigen der Hausaufgaben berichten, dann freut uns das sehr und zeigt, dass die Schulung ein Erfolg ist“, so Riegger. Zu einem Durchgang gehören fünf Termine mit je 45 Minuten in allen Klassen der Schule. Nach Ende des Trainings wird die Sehfähigkeit der Kinder erneut geprüft.

 

Zwei Fragen an Annette Wagner 

Sehtest für Kinder: Das Bild zeigt Anette Wagner, Rektorin der Grundschule Peterzell

© Grundschule Peterzell

Mit der CSeye-fit-Schulung unterstützt die Schwenninger Krankenkasse ein ganzheitliches Visualtraining für Grund- und weiterführende Schulen. Die Rektorin der Grundschule in Peterzell, Annette Wagner, ist durch einen Flyer auf die Schulung aufmerksam geworden.

Wieso unterstützen Sie das Projekt? 

Bildschirme gehören zu unserem Alltag und deswegen ist es wichtig, die Kinder schon früh für die Warnsignale ihres Körpers zu sensibilisieren. Aber auch Lehrer und Eltern profitieren von den Übungen.

Was gefällt Ihnen besonders? 

Die Übungen sind so einfach, dass auch die Jüngsten sie spielerisch erlernen und davon profitieren. Weil auch die Lehrer geschult werden, können wir das Training in den Unterricht integrieren und somit nachhaltig etwas für die Augengesundheit unserer Schüler tun.

Für das Training können sich Schulen anmelden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Susanne Riegger. E-Mail: s.riegger@dieschwenninger.de  Telefon: 07720 9727-51217
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