Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Das Magazin der Schwenninger Krankenkasse

Coronavirus – das müssen Sie wissen: Die Illustration zeigt ein Reagenzglas, gefüllt mit einer roten Flüssigkeit, auf blauem Hintergrund. Um das Reagenzglas herum, sind gezeichnete Viren und Bakterien.Fünf Fragen rund um das Coronavirus. © GettyImages/sorbetto

Coronavirus – das müssen Sie wissen

Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse, ordnet das Geschehen rund um das SARS-CoV-2-Virus ein und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

 

Frau Dr. Hantke, viele vergleichen das Coronavirus mit der Grippe. Was ist da dran?

Die Symptome des Coronavirus sind denen der Grippe (Influenza) sehr ähnlich, nämlich Fieber, Husten, Muskelschmerzen und gegebenenfalls Atemnot. In seltenen Fällen auch Durchfall. Allerdings liegt die Sterblichkeit beim offiziell SARS-CoV-2 genannten Virus deutlich höher. Um es richtig einzuordnen muss man aber wissen, dass die Sterblichkeit bei der normalen Grippe im Promillebereich liegt, beim SARS-CoV-2 lässt es sich aktuell schwer abschätzen, weil nicht jeder Infizierte auch dokumentiert wird. Die meisten waren aber ältere Menschen, hatten Vorerkrankungen oder waren bereits anderweitig geschwächt.

 

Warum wird das öffentliche Leben so stark eingeschränkt?

Das geschieht, um eine exponentielle Verbreitung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Das Robert-Koch-Institut geht zur Zeit davon aus, dass eine infizierte Person zwischen zwei und drei weitere Personen ansteckt. Rechnen wir das mal durch, wenn man im Schnitt drei Personen ansteckt: Stecken die wiederum drei Personen an, sind neun infiziert, im nächsten Schritt sind es 27, dann 81, dann 243, 729, 2.187 und so weiter. Sie sehen, dass wir schnell eine ganze Menge Infektionen haben werden. Davon wird ein Großteil wahrscheinlich recht harmlos verlaufen, aber einige Patienten werden stationär behandelt müssen. Wie viel Prozent das sind kann man noch nicht ganz abschätzen. In China verliefen rund 80 Prozent der Infektionen laut Robert-Koch-Institut milde bis moderat (Stand 20.02.2020).

Wenn wir die Anzahl der Infektionen verringern sorgen wir dafür, dass unser Gesundheitssystem handlungsfähig bleibt – und damit auch andere Erkrankungen wie Herzinfarkte, dringend notwendige Operationen nach Unfällen und so weiter behandelt werden können. Außerdem schützen wir damit Risikogruppen, also ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, und gewinnen Zeit, in der Medikamente und ein Impfstoff entwickelt werden können. Deswegen gilt für die nächste Zeit: Meiden Sie möglichst soziale Kontakte.

 

Das Bild zeigt den Verlauf ohne schützende Maßnahmen (steil steigende Kurve) und mit schützenden Maßnahmen (flache Kurve).

Unter dem Hashtag #FlattenTheCurve wird weltweit dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

 

Wie kann ich mich am besten schützen?

So, wie man sich auch vor der Influenza schützt. Denn nach bisherigem Stand wird das neue Virus vor allem über Tröpfcheninfektion übertragen. Also wenn jemand niest oder mich jemand anhustet. Aber auch eine Übertragung mittels Schmierinfektion ist möglich, als wenn ich Erreger an den Händen habe und mir damit ins Gesicht fasse.

Deswegen sollte man folgende drei Punkte beachten:

1.  Regelmäßig und gründlich Hände waschen. Mit Desinfektionsmitteln für die Hände sollte man zurückhaltend sein, zu häufig angewendet schädigen sie die natürliche Schutzbarriere der Haut.
2. Wenn man Husten oder Niesen muss, dann in die Ellenbogenbeuge.
3. Von kranken Personen mindestens ein bis zwei Meter Abstand halten und große Menschenansammlungen in der Infektionszeit meiden.

Ein Mundschutz hilft eher andere zu schützen, wenn man selbst krank ist. Er sollte dann aber regelmäßig gewechselt werden. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen sind die oben genannten Maßnahmen effektiver. Allerdings sollte man bedenken, dass auch Menschen, die keine Symptome zeigen, ansteckend sein können.

Zuhause und trotzdem fit bleiben? Die Schwenninger Krankenkasse hat auf dieser Seite Tipps zusammengestellt und bietet Rabatte für Online-Gesundheitskurse an. Schauen Sie mal rein.

 

Was soll ich tun, wenn ich mich krank fühle?

Auf jeden Fall zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Menschen meiden. Momentan wird eine Quarantäne von 14 Tagen empfohlen Das gilt auch, wenn Sie aus Risikogebieten zurückkommen (diese finden Sie hier) und empfiehlt sich auch bei der Rückkehr aus Gebieten mit vielen Fällen. Eine gute Orientierungshilfe, ob man sich angesteckt hat, bietet dieser Artikel der Zeit.

 

Wo finde ich aktuelle und seriöse Informationen?

Das Bundesgesundheitsministerium informiert immer aktuell auf seiner Homepage. Allgemeine Informationen bekommen Sie beim Robert-Koch-Institut und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Für Kunden der Schwenninger Krankenkasse bieten wir mit der MedHotline eine medizinische Beratungshotline an, die rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Stand des Artikels: 18.03.2020

 

So erreichen Sie die MedHotline: 0800 3755 3755 3 (Kostenfrei für Mobilfunk/Festnetz) und bei Anrufen aus dem Ausland +49 7720 9727 - 1155 5 (Kosten variieren je nach Verbindung und Telefonanbieter).
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Vor dem Coronavirus schützen. Das Bild zeigt die Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse, Frau Dr. Hantke.

(Bildnachweis: Eva Häberle)

Dr. Tanja Katrin Hantke ist Gesundheitsexpertin bei der Schwenninger Krankenkasse.

 

 

 

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